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Neupfarrkirche

Kurz & Knapp:

Als Mittelpunkt der Universitätsstadt Regensburg gilt die im 16. Jahrhundert erbaute und im 19. Jahrhundert vollendete Evangelisch-Lutherische Neupfarrkirche. Sie befindet sich inmitten des nach Ihr benannten Neupfarrplatzes. Die Kirche ist ein Baudenkmal von überregionaler Bedeutung und einer der bedeutendsten kirchlichen Renaissancebauten der Region.

 

Fakten:

  • Die Neupfarrkirche steht frei auf dem größten Platz der Regensburger Altstadt und bildet deren geographischen Mittelpunkt.
  • Ergrabene Überreste der jüdischen Siedlung sind heute im „document Neupfarrplatz“ unter dem Neupfarrplatz zu besichtigen.
  • An der Stelle der früheren Synagoge befindet sich seit 2005 das begehbare Gedenkareal des jüdischen Künstlers Karavan.
  • Die Neupfarrkirchengemeinde ist die Mutterpfarrei des evangelischen Regensburgs und Sitz des Dekans. Außerdem ist die Kirche die evangelische Universitätskirche.

 

Wissenswertes:

Ursprünglich gehörten die Neupfarrkirche und der gesamte Neupfarrplatz zum mittelalterlichen Wohngebiet der jüdischen Bürger der Stadt. Mit ca. 300 Mitgliedern zählte die jüdische Gemeinde zur größten und bedeutsamsten im damaligen Reich. Nur wenige Tage nachdem Kaiser Maximilian, welcher als Schutzherr Widerspruch zur Vertreibung der Juden leistete, am 12. Februar 1519 starb, ordnete die Stadt die Vertreibung der Juden an. Das jüdische Viertel samt Synagoge wurde zerstört. Als beim Abbruch des Synagoge ein Steinmetz verunglückte, aber nicht verstarb glaubten die Bürger an ein Wunder. Auf dem Gelände der alten Synagoge wurden unverzüglich eine Holzkapelle und eine Marienfigur errichtet, kurz danach begann der Bau der heutigen Neupfarrkirche.

Innerhalb weniger Monate nach dem Bau der Holzkapelle,  organisierte die Kirche die „Wallfahrt zur Schönen Maria“ und der Ort wurde mit 25.000 gelesenen Messen in nur drei Jahren eine der meistbesuchten Wallfahrtstätten Europas. Daraufhin  beauftragten die Stadtväter Regensburgs den aus Augsburg stammenden Architekten Hans Hieber mit dem Bau der heutigen Kirche, die jedoch aufgrund zurückgehender Opfergelder, nur teilweise fertiggestellt wurde. 1542 trat Regensburg zur Evangelisch-Lutherischen Konfession über. Daraufhin wurde die Kirche zur ersten neu errichteten evangelischen Pfarrkirche, kurz „Neupfarrkirche“. Die ehemalige katholische Wallfahrtskirche zur Schönen Maria wurde nun zur “Neuen Pfarre” des evangelischen Regensburgs.

Erst 1860-1863 wurde die Kirche durch den Münchner Architekten Ludwig Foltz vollendet. Das ursprüngliche Holzmodell von Hans Hieber zur Kirche, sowie der ursprüngliche Altar aus dem Jahr 1555 können im Historischen Museum der Stadt besichtigt werden.

 

Adresse:

Pfarrergasse 5

93047 Regensburg

 


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