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Steinerne Brücke

Kurz & Knapp:

Die Steinerne Brücke in Regensburg ist die älteste, ausschließlich aus Stein erbaute und noch voll funktionsfähige Brücke in Deutschland und gilt als ein Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst. Sie verbindet die durch die Donau getrennten Stadtteile Innenstadt und Stadtamhof. Insgesamt 15 sichtbare Bögen umfasst das Denkmal und hat eine geschätzte Baumasse von circa 100.000 Tonnen.

 

Fakten:

  • Die Steinerne Brücke ist eine mittelalterliche Natursteingewölbebrücke mit ursprünglich 16 Bögen und 15 Pfeilern. Mit einer Brückenlänge von früher 336 Metern überspannte sie das Donautal vor den Toren der Stadt.
  • Mit heute 15 sichtbaren Bögen (Spannweite rund 10 bis 17 Meter) und 14 Pfeilern (Breite rund 6 bis 8 Meter) überquert die mächtige Steinbrücke auf einer Länge von rund 315 Metern den Nord- und Südarm der Donau sowie die beiden Wöhrdinseln.
  • Der erste sowie der letzte Bogen wurden im Laufe der Geschichte überbaut. Der erste Bogen wurde bei der Errichtung des Salzstadels 1616-20 komplett eingebaut, ist aber unter der Brückenauffahrt noch erhalten.
  • Die Steinerne Brücke war für mehr als 800 Jahre die einzige Donaubrücke in Regensburg
  • Im 12. und 13. Jahrhundert war sie Vorbild für andere große Steinbrückenbauten welche über die Elbe in Dresden, die Moldau in Prag, die Themse in London und die Rhône in Avignon führten.
  • Erbaut innerhalb von nur elf Jahren, vermutlich von 1135 bis 1146. Als Material wurde Grün- sowie Kalksandstein aus der Regensburger Umgebung verwendet.
  • Ursprünglich befand sich ein kleiner Hafen direkt neben der Brücke am Wiedfang.
  • Die Pfeilerinseln, welche zum Schutz wer Pfeiler errichtet wurden, stellen für das durchfließende Wasser eine beträchtliche Verengung dar, wodurch ein Pegelunterschied von zirka 0,5 Meter zwischen Ober- und Unterwasser der Brücke entsteht. Der bekannte Regensburger Donaustrudel erhielt durch die entstehenden Strömungen seinen Namen.
  • Es waren insgesamt drei Türme auf der Brücke vorhanden, von denen nur noch der Turm des Brücktores auf der Südseite erhalten geblieben ist.
  • Der südliche und der mittlere Turm brannten während der Belagerung durch Napoleon aus und wurden erst nach Ende des Krieges 1648 wieder hergestellt. 1784 wurde der mittlere Turm abgebrochen, nachdem er durch Eisstoß praktisch zerstört worden war.
  • Auf der nördlichen Seite der Steinernen Brücke stand der schwarze Turm, benannt nach den im Laufe der Jahrhunderte schwarz gewordenen Steine. Dieser fiel 1810 nachdem er im Jahr zuvor durch Truppen Napoleons beschädigt aber nicht zerstört wurde.
  • Der nördliche Turm, wurde 1809 bei der Rückeroberung der von den Österreichern besetzten Stadt durch französische und bayrische Truppen beschädigt und ein Jahr später abgebrochen.
  • Der große Torbogen seitlich des südlichen Brückturms und die Brückenverbreitung davor wurden Anfang des 20. Jahrhunderts beim Bau der Straßenbahn erstellt.
  • Das nördliche Ende der Brücke stellte früher die Staatsgrenze zwischen dem Herzogtum (später Kurfürstentum) Bayern und der Freien Reichsstadt Regensburg dar.

 

Wissenswertes:

Über den Bau der Steinernen Brücke existieren unzählige bekannte Sagen.  Nach einer dieser Sagen soll der Brückenbaumeister mit dem Dombaumeister eine Wette abgeschlossen haben, wer zuerst sein Bauwerk fertiggestellt haben wird. Nachdem der Bau des Doms wesentlich schneller vonstattenging und der Brückenbaumeister die Niederlage fürchtete, schloss der dieser einen Pakt mit dem Teufel. Wenn der Teufel die ersten drei Seelen bekäme, welche über die Brücke gingen, würde er ihm zur Seite stehen. Mit Hilfe des Teufels ging der Brückenbau sehr schnell voran und die Brücke konnte noch vor dem Dom fertiggestellt werden. Der Teufel forderte nun die drei Seelen, weshalb der Brückenbaumeister bei der Eröffnung erst einen Hahn, eine Henne und einen Hund über die Brücke jagen ließ. Aus Wut darüber versuchte der Teufel die Brücke zu zerstören, was ihm allerdings nicht gelang. Deshalb, so die Sage, hat die Brücke einen Buckel. Tatsächlich war die Brücke jedoch schon lange fertiggestellt, als 1273 mit dem Bau des Domes begonnen wurde.

 


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